n8n vs. Make: Welches Automatisierungs-Tool passt für KMU?
n8n self-hosted vs. Make.com im ehrlichen Vergleich: DSGVO, Kosten bei 100.000 Operations, Workflow-Komplexität und Setup-Aufwand. Konkrete Empfehlung pro Use-Case.
Wer im Unternehmen Routine-Aufgaben automatisieren will, landet schnell bei zwei Namen: Make.com und n8n. Beide verbinden Apps miteinander, lassen Workflows ohne tiefes Programmieren bauen und sparen im Alltag viele Stunden. Trotzdem sind es sehr unterschiedliche Werkzeuge. Make ist ein Cloud-Dienst, der in fünf Minuten startklar ist. n8n ist Open Source und läuft auf Ihrem eigenen Server. Dieser Vergleich ordnet beide ein, damit Sie das passende Tool für Ihr KMU wählen.
Make.com: der schnelle Cloud-Einstieg
Make (früher Integromat) ist ein gehosteter Automatisierungs-Dienst aus der EU. Sie melden sich an, klicken Ihre Workflows visuell zusammen und sind sofort produktiv, ohne Server, ohne Installation.
Stärken von Make:
- Setup in fünf Minuten, keine Infrastruktur nötig
- Über 1.000 vorgefertigte Integrationen für gängige Apps
- Visuelle Oberfläche, auch für Mitarbeiter ohne Technik-Hintergrund verständlich
- Keine Wartung: Updates und Verfügbarkeit übernimmt der Anbieter
Schwächen von Make:
- Abgerechnet wird pro Operation. Bei hohem Volumen wird das schnell teuer
- Make ist Irland-basiert. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist verfügbar, aber einzelne Integrationen leiten Daten über Drittländer
- Eigener JavaScript-Code ist nur eingeschränkt möglich
n8n self-hosted: Kontrolle und Kostenkontrolle
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungs-Werkzeug (Fair-Code-Lizenz), das Sie selbst auf einer VPS hosten. Die Daten bleiben auf Ihrer Infrastruktur, die Zahl der Workflow-Ausführungen ist nicht begrenzt.
Stärken von n8n self-hosted:
- Ein kleiner VPS ab etwa 5 Euro pro Monat reicht für unbegrenzte Operations
- Die Daten liegen zu 100 Prozent auf Ihrer EU-Infrastruktur, kein Drittland-Transfer
- Open Source: eigene Nodes entwickeln, Custom-Code in JavaScript in jedem Schritt
- Ideal als Orchestrator, wenn mehrere KI-Modelle in einem Workflow zusammenspielen
Schwächen von n8n self-hosted:
- Initiales Setup dauert 2 bis 4 Stunden (Docker, Reverse-Proxy, TLS)
- Sie tragen die Verantwortung für Updates und Backups, rund 15 bis 30 Minuten pro Monat
Der direkte Vergleich
| Merkmal | n8n self-hosted | Make.com |
|---|---|---|
| Hosting | EU, Ihre eigene Infrastruktur | Irland (Make EU) |
| DSGVO ohne Workaround | Ja | AVV nötig, Drittland-Transfer bei manchen Integrationen |
| Kosten bei 100.000 Operations/Monat | rund 5 Euro (VPS) | rund 280 Euro |
| Eigener JavaScript-Code | uneingeschränkt | eingeschränkt |
| Open Source | ja (Fair-Code) | nein |
| Eigene Nodes entwickeln | ja | nein |
| Setup-Aufwand | 2 bis 4 Stunden | 5 Minuten |
| Wartung | 15 bis 30 Minuten pro Monat | keine |
Kosten realistisch betrachtet
Der wichtigste Unterschied ist das Abrechnungsmodell. Make berechnet jede Operation einzeln. Bei wenigen, einfachen Workflows ist das günstig. Steigt das Volumen, viele Lead-Workflows, Reporting, KI-Schritte, wächst die Rechnung mit. Bei rund 100.000 Operations pro Monat liegt Make bei etwa 280 Euro monatlich.
n8n self-hosted kostet im Kern nur den VPS, also etwa 5 Euro im Monat, egal wie viele Workflows laufen. Der Break-Even gegenüber Make liegt typischerweise bei 10.000 bis 20.000 Operations pro Monat. Wer darunter bleibt, fährt mit Make oft günstiger, wer darüber liegt, spart mit n8n deutlich.
Welches Tool für welchen Fall?
Make ist die richtige Wahl, wenn:
- Sie weniger als 1.000 Operations pro Monat brauchen
- keine strengen DSGVO-Anforderungen bestehen
- die Workflows einfach und linear sind
- Sie schnell starten wollen, ohne sich um einen Server zu kümmern
n8n self-hosted ist die richtige Wahl, wenn:
- Sie mehr als 1.000 Operations pro Monat verarbeiten, ab da rechnet es sich
- sensible Daten im Spiel sind und DSGVO-Konformität ohne Workaround zählt
- die Workflows komplex sind und eigenen Code brauchen
- Sie mehrere KI-Modelle in einem Workflow orchestrieren wollen
Mein Fazit
Es gibt nicht das eine bessere Tool. Make ist hervorragend für den schnellen, einfachen Start. n8n self-hosted ist die Wahl, sobald Volumen, Datenschutz oder Komplexität ins Spiel kommen, und für DACH-KMU mit sensiblen Daten meistens die solidere Basis.
Wenn Sie unsicher sind, welches Tool zu Ihren konkreten Abläufen passt, schaue ich mir das gerne an. Im KI-Audit prüfe ich, welche Workflows den höchsten Nutzen bringen und welches Tool dafür sinnvoll ist. Wer direkt mit n8n starten will: Das n8n-Setup richtet die VPS samt drei Standard-Workflows ein.
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