387 Websites im Kreis geprüft:
12,4 % erfüllen alle Kriterien.
Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Belastbare Zahlen gab es bisher nur für große Online-Shops bundesweit. Diese Untersuchung misst zum ersten Mal den Mittelstand im Kreis Herzogtum Lauenburg, mit derselben Prüfsystematik.
der erreichbaren Seiten lassen sich mit der Tastatur bedienen
Vertrauensbereich 73,4 bis 81,6 %
erfüllen alle 6 geprüften technischen Kriterien
Vertrauensbereich 9,5 bis 16,1 %
der Seiten: das Cookie-Banner hält die Tastatur fest, die Seite darunter ist nicht erreichbar
Wo es hakt
Von 387 auswertbaren Seiten bestehen so viele das jeweilige Kriterium. Aufsteigend sortiert, das größte Problem steht oben.
148 von 387 Seiten
202 von 387 Seiten
295 von 387 Seiten
345 von 387 Seiten
357 von 387 Seiten
360 von 387 Seiten
Nach eingesetztem System
Ausgewiesen werden nur Systeme mit mindestens zehn gemessenen Seiten. Alles darunter wäre Zufall und würde falsch zitiert.
| System | Seiten | Tastatur | alle Kriterien |
|---|---|---|---|
| unbekannt | 148 | 80,4 % | 13,5 % |
| WordPress | 133 | 66,9 % | 11,3 % |
| TYPO3 | 27 | 96,3 % | 7,4 % |
| Jimdo | 16 | 93,8 % | 6,3 % |
| Wix | 15 | 93,3 % | 40 % |
| Joomla | 12 | 83,3 % | 0 % |

Diese Grafik darf mit Quellenangabe frei verwendet werden, auch in Artikeln und Vorträgen.
Wie gemessen wurde
Grundgesamtheit. Alle Gewerbeeinträge mit eigener Website im Kreis Herzogtum Lauenburg nach OpenStreetMap. Die Abfrage ist Teil des Datensatzes und wiederholbar. Betriebe ohne OSM-Eintrag fehlen systematisch, die Untersuchung beschreibt also Websites von Betrieben mit OSM-Eintrag, nicht alle Betriebe im Kreis.
Zwei Stufen. Zuerst die Bedienbarkeit mit der Tastatur: erreicht die Tabulatortaste die Bedienelemente und ist der Fokus dabei sichtbar? Wer das nicht erfüllt, schließt einen Teil der Nutzer komplett aus. Danach 6 technische Kriterien nach WCAG 2.1 AA, geprüft mit axe-core.
Cookie-Banner werden getrennt bewertet. Bei einem Teil der Seiten hält das Zustimmungsbanner die Tastatur fest, die Seite darunter ist gar nicht erreichbar. Diese Fälle zählen nicht als „durchgefallen", sondern als eigene Kategorie, denn über die Seite selbst lässt sich nichts sagen. Für den Nutzer ist das Ergebnis trotzdem dasselbe.
Ein Kriterium wurde gestrichen. Die Auswertung wies zunächst sieben Kriterien aus. Eines davon, Überschriften in sinnvoller Reihenfolge, bestanden 387 von 387 Seiten. Eine Quote von genau 100 Prozent ist fast nie ein Ergebnis, sondern ein Messfehler. Die Prüfung bestätigte das: die drei zugrunde liegenden Regeln sind in axe-core als Empfehlung und nicht als WCAG-Regel gekennzeichnet und wurden vom verwendeten Filter nie ausgeführt. Das Kriterium wird deshalb nicht ausgewiesen. Keine andere Zahl ändert sich dadurch, denn wer alle sieben bestand, bestand auch alle sechs.
Ein Nebenbefund. Von 597 hinterlegten Firmen-Websites waren53 nicht mehr erreichbar oder lieferten eine Fehlerseite, das sind8,9 Prozent. Fast jede zehnte Adresse, die ein Betrieb selbst eingetragen hat, führt heute ins Leere. Das ist keine Frage der Barrierefreiheit, gehört aber zum Bild dazu.
Vergleich zur Bundesebene. Aktion Mensch und Google prüfen seit drei Jahren große Online-Shops. Im Testjahr 2025 erfüllte etwa ein Drittel von 65 geprüften Shops die Anforderungen, 20 von 65 waren vollständig mit der Tastatur bedienbar. Für regionalen Mittelstand gab es bis jetzt keine vergleichbare Zahl.
Datensatz und Grafik stehen unterCreative Commons BY 4.0. Nutzung frei, auch gewerblich, mit Angabe der Quelle.
Der Datensatz enthält keine Namen, keine Adressen und keine Orte. Die Ortsangabe stand zuerst darin und wurde vor der Veröffentlichung entfernt: 86 der Zeilen wären allein über Ort und Branche einem einzelnen Betrieb zuzuordnen gewesen. Branche und eingesetztes System sind zusätzlich so weit zusammengefasst, dass hinter jeder Kombination mindestens fünf Betriebe stehen.
Wer das war
Diese Untersuchung stammt von webAION, einer Ein-Personen-Werkstatt für Websites und KI-Automation aus Lauenburg. Wir bauen Websites und rüsten Barrierefreiheit nach, sind also nicht neutral. Deshalb liegen Methode, Abfrage und Datensatz offen: jeder kann die Messung wiederholen und die Zahlen prüfen. Fragen zur Methodik beantworte ich gern,kontakt@webaion.de.
Wie diese Studie entstanden ist
Die Messung enthält keine KI. Gemessen wurde mit Playwright und axe-core, das sind feste Regelwerke: gleiche Seite, gleiches Ergebnis, jederzeit nachvollziehbar. Kein Sprachmodell hat eine Seite bewertet oder eine Zahl erzeugt. Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus der Messdatei.
Messskripte und Texte wurden mit KI-Unterstützung erstellt (Claude). Geprüft, korrigiert und verantwortet hat sie Ronni Wordel. Zwei Fehler, die dabei gefunden und behoben wurden, stehen offen im Methodenteil, ein dritter führte dazu, dass ein Kriterium vor der Veröffentlichung gestrichen wurde.